Maschine_auf_Segelyacht_Ausfall

Die Maschine an Bord Ihrer Segelyacht fällt aus oder springt nicht an, oder Sie haben den Propeller verloren? 

Technischer Notfall oder einfach eine normale Reparatur, die man auch selbst erledigen kann?


Kürzlich war zu lesen, wie ein Skipper beim Ausfall seiner Maschine verzweifelt war, weil er sein Schiff nicht mehr bewegen konnte. Aber auch mit einem Fischernetz im Propeller ist man kein Havarist, sondern nur manövrierbehindert.

Was hätte er tun können?

Erster Reflex: Schlepphilfe anfordern – das sollte man nur im absolut unausweichlichen Notfall tun, z.B. bei Gefahr des Sinkens, weil Notbergung erhebliche Ansprüche des Bergenden verursacht. Die Frage, wer wem die Leine gegeben hat wird dann dabei eher untergeordnete Bedeutung haben!


Versuchen Sie Schlepphilfe von Einheimischen unbedingt zu vermeiden, wenn nicht ausdrücklich vom Vercharterer bestätigt – ein Segelkamerad, anderer Vercharterer wird Ihnen vermutlich auch unentgeltlich behilflich sein (aber klären Sie auch das vorher mit Zeugen eindeutig!)


Besser ist es, mit Bordmitteln die Situation zu bereinigen bzw den Schaden gering zu halten:
zunächst wird einmal freier Raum gewonnen – wer ein Segelschiff hat, kann ja raussegeln, weg vom Land, oder vor der Bucht oder dem Hafen kreuzen, oder in Absprache mit dem Vercharterer ein Ziel ansteuern, welches windmässig günstig liegt, der Vercharterer Ihnen aber vor Ort bereits Hilfspersonal bereitstellen kann. Dazu genügt oft die Genua. Die Richtung ist zunächst einmal egal – auch, wenn Ihr Ziel “upwind” liegt, in solch einem Fall wird man nicht unbedingt dorthinsegeln wollen, aber wenn das geht – why not?


Dann kann man sich der Frage widmen, was technische Ursache sein könnte, und ob man und wie evtl. das Problem alleine lösen kann.


Kann man am Motor selbst nichts machen, sucht man sich eine weite Bucht oder einen großen Hafen, Marina, möglichst mit langem Anlegekai, und segelt dorthin.

Es sollte möglich sein, dort hinein (und notfalls auch wieder hinaus) zu segeln – also eine enge, kleine Marina oder Bucht ist ungeeignet . Vielleicht kann man dort längsseits anlegen oder den Anker werfen.


Der Vercharterer sollte per Handy informiert werden, dann kann dieser vor Ort einen Mechaniker beauftragen, Ihnen mit dem Schlauchboot entgegenzufahren und überzusteigen, zu reparieren.


Wenn das alles nicht geht, unbedingt nur nach Rücksprache mit dem Vercharterer z.B.eine Bucht mit einem flachen, ablandig bewindeten Sandstrand anlaufen, und dort das Schiff gezielt auf den Strand fahren – dann sollten aber bereits eigene Bergehelfer vor Ort sein.


Vorsicht:  in Griechenland sollten Sie tatsächlich nur im absoluten Notfall die Coast Guard oder andere offizielle Stellen (Hafenmeisterei) über einen technischen Notfall informieren, der Ihre Yacht, auch nur vermeintlich, manövrierunfähig erscheinen ließ!
Wenn das Küstenwache oder jemand Anderes mitbekommt, kann es passieren,   daß   man Ihre Yacht an die Kette legt, diese dann -   auf Ihre Kosten! - aus dem Wasser hebt und eine umfassende Untersuchung über die Seetüchtigkeit dieser Yacht erfolgt!


Dazu ist dann das abschließende Gutachten eines technischen Ingenieurs aus dem fernen Athen unabdinglich - bis der da ist, bis der seinen Bericht geschrieben und die Yacht wieder freigegeben hat, kann es länger dauern -   im glücklicheren Fall nur ein paar Tage, aber länger ist auch möglich!

Mal abgesehen von den erheblichen Kosten! 


Daher sollten Sie also unbedingt darauf achten, wem Sie was erzählen, und ob Sie tatsächlich einen "Notfall" haben!